Kaffee, Fichte und Rauch – So riecht Freundschaft

Draußen Kochen: Kreativ, Erdig, Reduziert

Der Kochprozess gestaltete sich dann wie erwartet:

Als eine Improvisation. Aus den zuhause wild zusammengewürfelten Zutaten galt es, ein halbwegs passables Essen unter widrigen Bedingungen zuzubereiten. Unsere Zutaten:

  • 2 Kartoffeln
  • 3 Eier
  • Lauch
  • 2 Karotten
  • 1 Stück Sellerie
  • eine Knoblauchzehe
  • eine Zwiebel
  • Tomatenmark
  • ein bisschen Ingwer
  • Öl
  • ein Brühwürfel
  • Salz – Pfeffer – Curry Mischung
  • 2 alte Brötchen
Beinahe die ganze Ausrüstung: Eine kleine Pfanne, ein Löffel, das Messer, der Kocher und die Zutaten.

Der Trangia-Kocher. Hier brennt er in einem kleinen Raketenofen. Bei den momentanen Temperaturen war ich froh darüber, dass der Kocher zuverlässig seinen Dienst tat und eine ordentliche Flamme zum Kochen lieferte.

Da kein Schneidebrett vorhanden war, wurde das Gemüse direkt in der Pfanne zerkleinert. Für Schärfe und Frische sorgten ein paar Scheibchen Ingwer und die Knoblauchzehe. Anschließend wurde alles mit Öl auf meinem Trangia-Kocher angeschwitzt. Immer wieder gerieten auch Erde und Fichtennadeln von den Handschuhen mit in die Pfanne. Für uns kein Grund zur Beunruhigung. Dreck stärkt ja bekanntermaßen das Immunsystem.

Das Gemüse wurde mit Tomatenmark, das etwas angeröstet wurde, verfeinert und das Ganze mit Quellwasser aufgegossen. Als alles gut kochte, gaben wir ein wenig vom Brühwürfel dazu und ließen das Gemüse bissfest garen.

André hatte mittlerweile den Hobo soweit vorbereitet, das er aus den Eiern in seiner mitgebrachten Pfanne Rührei zubereiten konnte, wobei er nicht mit grobgeschnittenen Zwiebeln geizte.

Eine mächtige Prise Salz rundet das Projekt Rührei ab. Der Hobo-Kocher leistete hervorragende Dienste und war auch sehr schnell auf Temperatur zu bringen. Im Nachgang rösteten wir auf der verbliebenen Glut noch die in Scheiben geschnittenen alten Brötchen an und bereiteten einen Fichtennadel-Tee und einen Kaffee zu.

Zu guter Letzt gaben wir den Eintopf in die Pfanne mit dem Rührei und ließen alles noch einmal aufkochen. Traditionell gegessen wird in der Männer-Wildnis-Küche immer gemeinsam aus einer Pfanne.

Brot rösten und Tee kochen gleichzeitig. Arbeitsabläufe vereinfachen sich wie von selbst, wenn man nur wenig Equipment zur Verfügung hat.

Geschmeckt hat das Gericht übrigens wunderbar würzig und abwechslungsreich durch den Ingwer . Aber draußen, nach einem Nachmittag voller Bewegung an der frischen Luft, schmeckt einfach alles irgendwie besser. Wenn der Frühling kommt und die ersten schmackhaften Wildpflanzen wachsen, werde ich mich übrigens wieder aus der wilden Männer-Küche melden, dann wieder mit Andre, meinem bärtigen Wald und Wiesen-Freund und mit neuen Rezepten.

Was hättet ihr denn aus den Zutaten gezaubert? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Veröffentlicht von Johannes

Hallo, mein Name ist Johannes. Wenn ich nicht gerade an meinem Blog schreibe oder draußen mit der Kamera unterwegs bin, arbeite ich als Heilerziehungspfleger und engagiere mich ehrenamtlich für den Naturschutz.

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