Kaffee, Fichte und Rauch – So riecht Freundschaft

Männerzeit: Gemeinsam querfeldein streunen, Wasser direkt aus der Quelle trinken, Spuren lesen, Lagerplätze ausspähen, zusammen auf Baumstümpfen Gemüse schneiden und zum ersten Mal in diesem Jahr draußen kochen. Ein Bericht aus der winterlichen Männer-Minimal-Waldküche.

Ich sitze auf meiner alten, wunderbar isolierenden BW-Faltmatte und schaue in den verschneiten Winterwald. Aus den zwei Bechern, die auf dem kleinen Hobo-Ofen stehen, steigt aromatischer Dampf auf. Die Luft um uns herum ist erfüllt von einer Mischung aus Kaffeeduft, Fichtennadeln und Rauch. So riecht Freundschaft, denke ich mir und bin, wie so oft in der letzten Zeit, dankbar und zufrieden.

Dieses mal bin ich dankbar dafür, dass es in meinem Leben einen Menschen wie André gibt, mit dem mich nicht nur die Leidenschaft zur Natur verbindet sondern auch eine natürlich gewachsene Männerfreundschaft. Eine Freundschaft in der die Begeisterung für das gemeinsame Kochen im Freien genauso ihren Platz hat, wie das obligatorische Bierchen und Fachsimpeleien über Männerthemen. Heute möchte ich euch von unserem gestrigen Ausflug berichten.

Schon der Gang zum Wasserholen befriedigte das innere Kind. Es ging immer bergauf, durch die verwilderten und teilweise verlassenen Gärten der städtischen Kleingartenanlage. Im frischen Schnee haben viele Tiere, die in den Randbezirken der Stadt leben, ihre Spuren hinterlassen. Hase, Reh und Dachs konnten wir identifizieren und folgten den Spuren bis zu einer vernachlässigten Streuobstwiese wo sie sich aber alsbald im Dickicht umgestürzter Obstbäume und verwilderter Brombeerhecken verloren. Wir fanden unseren Weg durch ein Labyrinth aus zugewucherten Gärten, stiegen über die Schrotthäufen zusammengefallener Gartenhäuschen und erreichten „unsere“ Quelle“ schließlich, nach einer kurzen steilen Bergtour am Ende eines Baumlehrpfades.

Ein lieb gewonnenes Ritual: Der erste Gang führt zur Quelle

Der erste Weg führt uns immer an eine Wasserstelle in der Natur. Am liebsten holen wir unser Wasser zum Kochen nämlich direkt an einer der vielen Quellen rund um unsere schöne Heimatstadt.

Es macht einfach Freude, sich auf die Suche nach Quellen in der Landschaft zu machen und diese ganzjährig zu nutzen. Mittlerweile nehmen wir schon gar kein Leitungswasser mehr von zuhause mit, wenn wir auf Tagestouren in die nähere Umgebung gehen.

Auf der Suche nach dem perfekten Platz

Beinahe vergisst man bei solchen Ausblicken, dass man nicht im Yukon ist. Die Stadt ist immer nur ein paar Kilometer entfernt. Wo immer es geht, meiden wir das Dickicht um den Tieren des Waldes ihre Ruhe zu lassen.

Mit frischem Quellwasser im Gepäck machten wir uns auf die Suche nach dem perfekten Platz für unsere Minimal-Küche. Es stellte sich dann wie immer heraus, dass gerade dieses Unterfangen der schwierigste Teil am Kochen sein würde. Windgeschützt muss der Platz sein und möglichst weit weg vom nächsten Forst oder Wanderweg. Gestern hatten wir wirkliches Glück mit unserer Platzwahl. Wir entschieden uns für eine kleine Lichtung, ein paar hundert Meter vom Hauptweg entfernt in einem offenen Kiefernwald. Bereits unterwegs sammelten wir ein wenig trockenes Holz für den Betrieb des kleinen Hobo-Kochers und ließen uns an einem Baumstumpf nieder, der uns als rustikale Arbeitsfläche dienen sollte.

Veröffentlicht von Johannes

Hallo, mein Name ist Johannes. Wenn ich nicht gerade an meinem Blog schreibe oder draußen mit der Kamera unterwegs bin, arbeite ich als Heilerziehungspfleger und engagiere mich ehrenamtlich für den Naturschutz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.