Minimalismus & spirituelle Entwicklung

Erfahrt in diesem Artikel, warum das Konzept „Minimalismus“ so wunderbar zu meiner Freude an spiritueller Entwicklung und Wachstum passt und was ich aus den kleinen „Vereinfachungen“ in meinem Alltag bisher gelernt habe. Vielleicht findest du ja die eine oder andere Anregung, die auch zu DEINEM Leben passt.

Immer mehr von uns haben es ja irgendwie gründlich satt. Die ständige Reizüberflutung, die Pflege und den Unterhalt kaum genutzter Dinge, die explodierenden Kosten und die Verantwortung für das eigene Auto, das im Normalfall mehr auf dem Parkplatz an Wert verliert als es uns mobiler macht. Nicht nur im materiellen Bereich unseres Lebens wird es uns manchmal schier zu viel, auch das feine Band der Zwischenmenschlichkeit ist dank tausender „Freunde“ in den sozialer Medien oft bis zum Zerreißen gespannt.

Der Trend zum Minimalismus ist groß im Kommen und das nicht erst seit gestern. Immer mehr Menschen in der westlichen Welt erkennen, wie wichtig und sinnvoll eine Diät vom ständigen Sattsein in allen Lebensbereichen ist. Wie erleichternd es sein kann, nach und nach neue Glaubenssätze zu entwickeln und alte Gewohnheiten zu hinterfragen, einfach durch das Abwerfen von Konsumballast.

Was hat das reduzierte Leben denn jetzt aber mit spiritueller Entwicklung zu tun? In den meisten Artikeln die ich in der letzten Zeit gelesen habe, geht es zumeist eher um den Zuwachs von Zeit, Zufriedenheit, Lebensglück und den Aufbau finanzieller Polster. Natürlich geht das alles unbestreitbar einher mit der Kultivierung eines „einfacheren“ Lebensstils. Ich habe für mich allerdings noch einen weiteren positiven Aspekt kennengelernt. Minimalismus ist ein tolles Werkzeug und ein guter Ausgangspunkt für spirituelles Wachstum. Komm einfach mit auf eine kleine Sightseeingtour durch meinen Alltag:

Bei jedem Wetter: (Bar)Fuß und mit dem Rad die Gedanken schweifen lassen

Mit dem Weg zur Arbeit fing meine Begeisterung für ein entschleunigtes Leben an. Irgendwann vor 2 Jahren habe ich beschlossen, für die 6 km Arbeitsweg nur noch das Rad zu benutzen. Zwischendurch ließ ich auch immer mal wieder das Rad stehen und lief die Strecke, teilweise auch gerne mal barfuß. Das waren tolle Erfahrungen bei Wind und Wetter und zu jeder Jahreszeit. Die besten und tiefsten Gedanken habe ich immer fassen können, wenn ich ganz allein, in der morgendlichen Dunkelheit einfach den Autopiloten einschalten und für 1 1/2 Stunden ganz bewußt nur meinen Gedanken nachhängen konnte. Die Idee zu diesem Blog ist übrigens auch auf dem Arbeitsweg entstanden. Am schönsten waren und sind aber die Momente, in denen ich gar keinen Gedanken nachspüre. Zum ersten mal habe ich so etwas wie meditative Stille und Gelassenheit tatsächlich auf dem Weg zur Arbeit erlebt.

Positive Erfahrungen

  • Selbstwirksamkeit erfahren – Ich habe erfahren das ich Technik nicht unbedingt brauche um mein Leben zu meistern, ich erlebe ein Stück direkte Emanzipation von fossilen Brennstoffen und bin der Natur wieder ein Stück näher gekommen.
  • Gedankenfabrik – Die besten Ideen habe ich unterwegs. Hier nehme ich mir die Zeit, jeden Tag meine Gedanken zu Ende zu denken wenn ich das möchte. Ich muss mich nicht wie im Auto ständig auf den Verkehr konzentrieren, sondern bin mir für 1 1/2 Stunden selbst genug.
  • Barfußerfahrung – Wenn ich nicht mit dem Rad unterwegs bin, dann mit meinen Barfußschuhen oder streckenweise ganz ohne Schuhwerk. Viele tolle natürliche Erfahrungen und Kontakt mit der Erde hätte mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit nie gemacht. Sumpfige Wiesen, durch einen kleinen Bach, Feldwege, da gibt es so viel zu entdecken und zu spüren.
  • Stiller Geist – Ungestresst, mit bewegtem Körper und frischem Geist komme ich nach dem Arbeitsweg auf der Arbeit an, ich habe das Gefühl, viel kreativer arbeiten zu können, bin zugewandter und entspannter.
  • Meditatives Gehen – Eine schöne Technik die ich mir aneignen konnte und immer wieder gerne praktiziere.

Radikal einfache Körperpflege: Minimalismus im Bad für ein besseres Körperbewußtsein

Wegen einer sporadisch auftretenden neurodermitischen Störung der Haut, habe ich vor einiger Zeit den Entschluss gefasst, auf Chemie in der Körperpflege soweit es geht zu verzichten. Ich benutze bei groben Verschmutzungen nur Seife und Wasser und bin so mittlerweile auch ganz vom Shampoo weggekommen. Meine Haare und Kopfhaut haben sich super auf die Pflege ohne Chemie eingestellt. Da fettet und juckt nichts. Als Deo nutze ich momentan Natron in Pulverform, Zahnpasta stelle ich selbst auf Basis von Kokosöl her. Theresa hat mir auch einen wunderschönen, schlichten Rasierhobel geschenkt, somit komme ich auch gut ohne diese seltsamen Aloe-Vera Streifen in den Einwegrasierern aus. Bei kleinen Verletzungen der Haut nehme ich gerne selbst angemischte natürliche Salben, die ein Freund von mir mit viel Hingabe selbst herstellt. Was soll ich sagen, das ist der erste Winter, in dem ich nicht mit roter, juckender und schuppiger Haut zu kämpfen habe. Darüber hinaus durfte ich folgendes lernen:

Positive Erfahrungen

  • Sich selbst besser verstehen lernen – Ich habe ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse und die selbstregulierenden Kräfte meines Körpers entwickelt. Das Vertrauen in meinen Körper ist gewachsen.
  • Unabhängigkeit und Ursprünglichkeit erleben – Ich bin weitestgehend unabhängig von der Industrie und näher dran am Ursprünglichen. Das gibt mir ein tolles Gefühl.
  • Körper und Geist rücken näher zusammen – Körper und Geist fühlen sich frischer und irgendwie „näher zusammen“ an. Da ist keine Barriere aus Mikroplastik um mich herum.
  • Heilkräfte der Natur spüren – Direkter als durch das benutzen rein naturbelassener, selbst hergestellter Produkte kann man die positive Wirkung der Natur nicht erfahren und verinnerlichen.
Mein Rasierhobel den ich von Theresa geschenkt bekommen habe und die Lavendelblütensalbe von Andre, die ich gerne zum Hautschutz bei eisigen Temperaturen auf dem Fahrrad benutze.

Weniger Konsum, mehr Wissen! Mein neuer Büchereiausweis

Wer heiraten will, sollte die Zeit davor ein wenig sparsamer leben. Ich habe mir deshalb für dieses Jahr vorgenommen, meine Ausgaben besser im Auge zu behalten. Anstatt mir dieses und jenes zu kaufen möchte ich in erster Linie neues lernen und Erfahrungen sammeln, die nicht an Konsum gebunden sind. Das bedeutet aber auch, dass ich mir dieses Jahr keine neuen Bücher kaufen werde, die am Ende sowieso nur Platz im Regal wegnehmen. Deshalb habe ich mir vergangene Woche wieder ganz altmodisch einen Ausweis für die Bücherei ausstellen lassen und war unter anderem spontan von dem schönen Angebot in der Abteilung Religion und Spiritualität begeistert. Lernen und das Kennenlernen neuer Sichtweisen auf Naturwissenschaft und Glaubenssysteme dürfen also dieses Jahr beim regelmäßigen Gang in die Bibliothek Hand in Hand gehen.

Einfach Raus: Wie ich meine gewonnene Zeit für Naturbeobachtung nutze

Ich habe wieder damit angefangen, freie Zeit intensiver zu nutzen um meine Verbindung zur Natur zu intensivieren. Da ich momentan bewußt Arbeitsstunden reduziert habe, nutze ich die freie Zeit unter anderem mit dem kultivieren meiner „Sitzplatzpraxis“ Das ist eine Basistechnik aus der Wildnispädagogik. Der „Waldweg-Blog“ beschreibt in dem Artikel „Der Sitzplatz – Schlüssel zur Natur“ sehr schön, worum es dabei geht. Außerdem treibt es mich immer wieder raus, um ganz absichtslos in Wald und Flur unterwegs zu sein. Das tut mir und meiner Entwicklung momentan wirklich gut.

Seit ich damit angefangen habe meinen Alltag minimalistischer und entschleunigter zu gestalten, habe ich das Gefühl das es mir insgesamt leichter fällt, mich auf neue Erfahrungen, in meinem Fall Naturerfahrungen, einzulassen.

Veröffentlicht von Johannes

Hallo, mein Name ist Johannes. Wenn ich nicht gerade an meinem Blog schreibe oder draußen mit der Kamera unterwegs bin, arbeite ich als Heilerziehungspfleger und engagiere mich ehrenamtlich für den Naturschutz.

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