„Heilpflanzen in Franken“ Echter Mehrwert für den Kräuterfreund

Regional, Lebendig, Informativ! Das ist nicht nur mein Anspruch hier auf „Natürlich-Spirituell“ sondern genau diese Schlagworte beschreiben auch „Heilpflanzen in Franken“ wunderbar treffend. Für mich steht jetzt schon fest: Dieses Buch wird mich aktiv durch die Kräutersaison 2019 begleiten. In diesem Artikel erfährst du, warum mich das Konzept hinter „Heilpflanzen in Franken“ so begeistert hat.* 

*Der Emons-Verlag hat mir für diese Rezension ein Exemplar zur Verfügung gestellt, meine Meinung ist davon nicht beeinflusst.

Ein tolles Konzept: Heimatkunde trifft Kräuterwissen

„Unsere Urgroßeltern wußten es besser als wir: Die Natur ist die beste Apotheke“

Mit dieser treffenden Feststellung begrüßt mich das Autorentrio bestehend aus Karsten Freund, Bernd Pieper und Marion Reinhardt im Vorwort zu „Heilpflanzen in Franken“, erschienen 2018 im Emons-Verlag. Die Reihe umfasst mittlerweile 8 Bücher zu verschiedenen Regionen in Deutschland. Ich konzentriere mich in dieser Rezension jedoch nur auf meine Region.

Schon beim ersten Blick in das Inhaltsverzeichnis ist mir klar, dass es sich hier nicht nur um ein einfaches Bestimmungsbuch für Heilpflanzen handelt. Natürlich nehmen die 28 Pflanzenportraits  den Großteil der 160 Seiten ein. Ein gutes Drittel des Buches befasst sich aber mit anderen spannenden Inhalten die den Rezept und Bestimmungsteil unterfüttern und stützen. Gerade diese Themen in Kombination mit praktischem Pflanzenwissen sind es, die das Buch für mich so „rund“ und wertvoll machen.

So erfahre ich zB. im Kapitel „Naturpark Franken“ in welcher Kulturlandschaft die heilkräftigen Pflanzen gedeihen und werde postwendend auf eine rasante Fahrt durch Ober-Unter und Mittelfranken inklusive einer interessanten Geschichtsstunde mitgenommen. In Schlaglichtern entsteht hier ein dichtes, lebendiges Bild der Region inklusive Menschen, Städten und kulturellen Besonderheiten. Nach nur knapp 8 Seiten nehme ich mir schon vor, doch einmal mit meiner Freundin nach Würzburg zu fahren oder im Naturpark Altmühltal die Seele baumeln zu lassen. Ein gelungener und inspirierender Einstieg in die Lektüre.

Inhaltliche Vielfalt

Für mich nicht weniger inspirierend liest sich das anschließende Interview mit Marion Reinhardt. Sie ist nicht nur eine der Autorinnen, sondern auch Phytotherapeutin, Naturcoach, Heil und Wildkräuterpädagogin und zertifiziert in Klostermedizin. Neben ihrer Tätigkeit als freie Journalistin zeichnet sie sich auch noch verantwortlich für die Website „wilde Möhre“. Durch das abgedruckte Interview erhält das Buch meiner Meinung nach noch ein wenig mehr Tiefe und fast ein wenig den Charakter eines  Magazins.

Wer im übrigen als fränkischer Kräuterfreund nach einem passenden Ausflugsziel sucht, dem empfehlen die Autoren den botanischen Garten in Erlangen. Hier kann man beinahe alle Pflanzen die im Rezeptteil beschrieben werden, live  bestaunen. Das Buch widmet dem botanische Garten und den relevanten Abteilungen wie dem Aromagarten übrigens ein eigenes Kapitel.

Die Basics einfach und umfassend erklärt

„Heilpflanzen in Franken“ steigt danach nicht sofort mit den Pflanzenportraits ein, sondern nimmt sich die Zeit, den 28 Heilpflanzen noch einen kleinen „Grundkurs“ vorauszuschicken. Hier wird nicht nur auf Sicherheitsaspekte beim Sammeln hingewiesen, sondern auch auf den Artenschutz eingegangen. Beinahe alle relevanten Fragen rund um die Basics werden beantwortet. Dem Fuchsbandwurm und die Frage nach dem richtigen Ort zum Sammeln wird ebenso Raum gegeben, wie der richtigen Ausrüstung. Hier wird wieder deutlich, dass die Autoren besonderen Wert auf ganzheitliche Präsentation legen. Auch Anfänger und häufige Frage werden berücksichtigt.

Im Zuge der Basics erklärt das Autorentrio auch gleich noch die Unterschiede zwischen den verschiedenen Anwendungsformen. Das wird später im Rezeptteil relevant. Die ganze Palette der Darreichungsformen werden kurz erörtert und verständlich erklärt. So habe ich beispielsweise erfahren können, worum es sich bei einem „Mazerat“ handelt. Wieder etwas neues gelernt.

Durchdacht, kompakt und praxistauglich : Die Pflanzenportraits

Die 28 vorgestellten Heilpflanzen werden eingebunden in einem übersichtlichen und praxistauglichen Schema präsentiert. Die Bestimmung in Wald und Wiese wird durch zwei verschiedene  Darstellungen der Pflanze erleichtert. Merkmale wie Blattformen, Fruchtstände, Stengel, Blüten, Samen usw. werden in Form einer botanischen Zeichnung visualisiert. Zum Abgleich haben die Autoren dem botanischen Schema immer noch eine gute und eindeutige Fotografie zur Seite gestellt. Für mich persönlich ein weiterer Pluspunkt, da der Bestimmungsteil auch für den Laien sofort gut einsetzbar ist, ohne sich allzu tief in die botanischen Begriffe einarbeiten zu müssen. Zudem muss ich sagen, dass die botanischen Zeichnungen mit ihrem Retro-Charme einfach schick aussehen.

Zu den Abbildungen der Heilpflanzen gesellen sich natürlich die Beschreibungen und die beinhalten so einiges an Information ohne abzuschweifen. Wie für eine Publikation mit dem Anspruch auf Vollständigkeit üblich, wird nicht nur der Umgangssprachliche Name zur Identifikation verwendet, sondern selbstverständlich auch der botanische Name. Jede Beschreibung beinhaltet dann auch genau das, was ich mir von einer Abhandlung über ein spezielles Heilkraut wünsche. Neben Inhaltsstoffen und Anwendungsgebieten erfahre ich hier so einiges über bevorzugte Standorte, die heilkundliche Geschichte, Verweise auf den Sprachstamm und vieles mehr. Auch hier zeigt sich in der Kompaktheit der Infos wieder der rote Faden.

Apropos Praxistauglichkeit: Jede Beschreibung wird mit zwei konkreten Rezepten für Tinkturen, Tees oder Auszügen abgerundet. Das bedeutet, ich bekomme zu den 28 Portraits auch noch 56 Rezepte zum ausprobieren und Selbermachen mitgeliefert. Wieder ein schönes Beispiel für den ganzheitlichen Anspruch des Büchleins. Einzige die sehr stramme Bindung des Buches hat mich ein wenig gestört, ich hoffe aber, dass sich das mit fortschreitendem Gebrauch in der Praxis ein wenig lockern wird.

Zusammenfassung

Warum hat mich „Heilpflanzen in Franken“ denn nun überzeugt? Zum einen fühlt sich das Buch insgesamt nach einer „runden Sache an“. Ich persönlich mag es nicht, mit zu ausschweifenden Informationen überschüttet zu werden. Hier wird Fachwissen kompetent und in kompakter Form vermittelt. Die Autoren vermitteln auch nicht, in der Naturheilkunde das ausschließliche Heilsversprechen gefunden zu haben. Vielmehr weisen sie immer wieder darauf hin, das die Beschäftigung mit Wildpflanzen in unserer westlichen Welt nur ein Baustein auf dem Weg zur ganzheitlichen Gesundheit sein kann. Das ist ehrlich und spricht mich an.

Stichwort Regionalität: Gerade die Informationen über die Region Franken machen das Buch für mich so interessant. Ich bin hier aufgewachsen und habe durch die Publikation so einiges Neues über die Heimat erfahren dürfen. Auch die qualitativ guten Bilder und die  verwendete Sprache tun ihr Übriges um „Heilpflanzen in Franken“ wie aus einem Guss wirken zu lassen.

Anfänger und Interessierte kommen mit diesem Buch genauso auf ihre Kosten, wie alte Hasen.

Kurzum: „Heilpflanzen in Franken“ wird dem Anspruch der Ganzheitlichkeit mehr als gerecht. Das Buch geht einen tollen Weg zwischen kompakter Heimatkunde und konkretem Praxiswissen. Auch die Balance zwischen den beiden Themenkomplexen fühlt sich für mich absolut stimmig an.

Ich freue mich jetzt schon auf die kommende Wildpflanzensaison!

Allgemeine Infos

Mit ca. 100 farbigen Abbildungen

Flexicover

12 x 21 cm

160 Seiten

ISBN 978-3-7408-0328-5

Euro 16,95 [D] , 17,50 [AT]

 

Bezugsquellen

Natürlich bei eurem lokalen Buchhändler

oder ihr bestellt direkt beim Verlag

Wenn ihr möchtet könnt ihr „Heilpflanzen in Franken“ zB. auch bei Buch7 bestellen und unterstützt dabei soziale Projekte.

Veröffentlicht von Johannes

Hallo, mein Name ist Johannes. Wenn ich nicht gerade an meinem Blog schreibe oder draußen mit der Kamera unterwegs bin, arbeite ich als Heilerziehungspfleger und engagiere mich ehrenamtlich für den Naturschutz.

Ein Gedanke zu „„Heilpflanzen in Franken“ Echter Mehrwert für den Kräuterfreund“

  1. Mal wieder freude u neugierde zum weiterlesen schon nach den ersten zeilen. Knapp in den worten, anregung zu eigenen bildern im kopf, spirituell natürliche grüsse !

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